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GELEISE ...
... führten einst durch Sieversdorf.
Knapp 100 Jahre währte die Era der Eisenbahnlinie an der auch Sieversdorf einen Bahnhof hatte. Die Spuren davon verblassen von Jahr zu Jahr und für zukünftige Generationen wird es zu einer Überlieferung älterer Generationen
Knapp 100 Jahre währte die Era der Eisenbahnlinie an der auch Sieversdorf einen Bahnhof hatte. Die Spuren davon verblassen von Jahr zu Jahr und für zukünftige Generationen wird es zu einer Überlieferung älterer Generationen
Eröffnungszug der Brandenburgischen Städtebahn im Bahnhof Sieversdof
Die Bedeutung der Bahnstrecke der Brandenburgischen Städtebahn von Treuenbrietzen nach Neustadt wird als „eine der bedeutendsten nichtstaatlichen Nebenbahnen Deutschlands und die größte der Mark Brandenburg" 1) gepriesen. Schon 1879 konzipierte man die Bahn, denn es bestand ein ausgesprochenes Bestreben, den Landstrich durch eine Bahn zu erschließen und an die Nachbarregionen Mecklenburgs und Mitteldeutschlands anzuschließen. Die Kommunen um Rathenow und Brandenburg hatten Interesse an einem Bahnanschluss auf Grund ihrer Ausprägung in der Land- und Forstwirtschaft. Die wiederum brachte zahlreiche Handwerker und Kleinbetriebe hervor, die sich von einer Eisenbahnlinie ebenfalls einen wirtschaftlichen Aufschwung versprachen.
So kam es zum Bau der Bahnlinie und Sieversdorf erhielt Bahnanschluss. Der Eröffnungszug der Brandenburgischen Städtebahn konnte am 25. März 1904 auf dem Bahnhof Sieversdorf begrüßt werden. Es ist der Zug vor dem Bahnhofsgebäude zu sehen, dessen Umgebung noch weiträumig frei und unbebaut ist. Es gibt das durchgehende Hauptgleis und parallel dazu ein Freiladegleis, das direkt vor dem Bahnhofsgebäude verläuft.
Zu sehen sind links im Bild Familie Görn aus dem Zingel. Schachtmeister Dubrow als Bahnhofsvorsteher, der den Zug abfertigt und neben ihm Postbote Meißner.
Zu sehen sind links im Bild Familie Görn aus dem Zingel. Schachtmeister Dubrow als Bahnhofsvorsteher, der den Zug abfertigt und neben ihm Postbote Meißner.
Gleisplan der Ortslagen Sieversdorf und Hohenofen
In der Sieversdorfer Dorfstraße ist der abgebildete Haustyp noch vereinzelt anzutreffen. Charakteristisch ist der zur Straße stehende Giebel und eine lang heruntergezogene Dachseite. Es handelt sich dabei um das sogenannte mitteldeutsche Ernhaus mit langer Abseite. Während man an der einen Längsseite des Hauses stehenden Fusses mit der Hand bis an das Dach reicht, ist die andere Längsseite um etliches höher. Diese Seite ist immer dem Hof zugewandt. Dort hat man über Luken Zugang zum Obergeschoss direkt unter dem Dach. Die Raumhöhe im Haus ist durchweg um zwei Meter, manchmal auch weniger. Ursprünglich wurden diese Häuser, als noch am offenen Feuer gekocht und gelebt wurde, auf beiden Seiten hoch heraus gebaut. Diese Höhe war notwendig, damit sich im Inneren der Rauch und die Funkenbildung vom Feuer her soweit beruhigte und abkühlte, dass er ohne Schaden anzurichten, unter dem Dach über Öffnungen an den Giebelseiten abziehen konnte. Außerdem entstand so auch eine Schlotwirkung, denn der Rauch stieg nach oben und war nicht im Aufenthaltsbereich lästig. Die Dächer waren allesamt mit Schilfrohr oder Stroh eingedeckt. Es konnte schnell ein Brand entstehen. Der Bereich um die Küche war baulich bis unter das Dach offen. Über die Zeit war er durch den abziehenden Rauch durch Ruß geschwärzt. Die Wohnräume und Stallungen, die sich links und rechts von der Küche erstreckten, hatten eingezogene Lehmdecken. Dadurch entstand unterhalb des Daches Bodenraum, der zur Lagerung von Vorräten, Stroh und Heu diente. Dies trug auch zur Dämmung und damit zur Energiesparung bei. Im Laufe der Zeit mussten bauliche Erweiterungen vorgenommen werden, wenn der Platz nicht mehr reichte oder die Lebensbedingungen für Mensch und Tier dies erforderten. Eine Möglichkeit war es das Haus nach beiden Seiten hin zu verlängern. Es entstanden neue Kammern oder Stallungen vor den bisherigen Giebeln. Des weiteren konnte man das Dach auf der hofabgewandten Seite weiter herunterzuziehen bis auf Höhe der eingebauten Lehmdecken. So entstanden seitlich an das Haus angebaute neue Räume, bzw. die vorhandenen Räume konnten verbreitert werden.. Bei manchen Häusern war der nachträgliche Anbau und die Abschleppung des Daches deutlich am Fachwerk zu erkennen. Andere Häuser wurden später gleich von vornherein mit einer langen Abseite gebaut.